"Zurück aus der Steinzeit" - Carstensz Pyramide 4884m

Die Carstensz Pyramide ist der höchste Berg Ozeanisens und weltweit der höchste Berg auf einer Insel. Sie befindet sich neben der Grasberg-Mine, der weltweit grössten Goldmine. Die abenteuerliche Reise dauerte zwei Wochen um überhaupt in die Nähe des Berges in Papua-Neuguinea zu gelangen! Zwei Wochen mit Strassensperren, Papierkrieg, Dschungel und Starkregen....

Die Anreise alleine war schon ein Abenteuer! München - Abu Dabi - Jakarta - Bali - Manado - Jajapura - Nabire. 6 Flüge innerhalb von drei Tagen. Gut war dabei der kurze Zwischenstopp im 5 Stern Hotel in Bali, wo wir uns trafen und es uns so richtig gut gehen liesen...


Mit dabei waren Michelle und Gerhard Amundsen aus Norwegen. Michelle hatte mit ihren 14 Jahren schon Elbrus, Kilimanjaro und Aconcagua bestiegen. In Nabire angekommen hies es zuerst einmal Malariatabletten schlucken! Beim Aussteigen aus dem Flugzeug traf und der heiss-feuchte Wind wie ein Schlag. Mit einem Weiterflug ins Innland wurde heute nichts mehr denn die Einheimischen "besetzten" den dortigen Flughafen aus Protest.



Schlussendlich steckten wir ganze 4 Tage in Nabire fest! Jeden Morgen hiess es das die Einheimische den Flughafen besetzten bis die Regierung eine gewisse Summe zahlt. Nach vier Tagen in dieser nicht wirklich schönen Stadt konnten wir dann endlich ins Innland fliegen. Dort angelangt wurden wir von 20! Jungs mit Motorrädern abgeholt. Wie sich erst jetzt herausstellte hatten mehr als 600kg Gepäck aus Proviant, Campingausrüstung und Kletterausrüstung!



Wir wurden für einige Stunden zur Missionsstation in Suangapa gebracht, wo uns die interessieren Kinder schon erwarteten. Danach gings mit den Mopets weiter in Richtung der letzten Siedlung. Jedoch dauerte die Fahrt nicht lange! Nach einigen Kilometern schon standen einige grimmige Burschen auf der Strasse. Strassensperre - es war zu zahlen. Nach etwa einer Stunde Verhandlungen hatte man sich auf einen Preis geeinigt und es ging weiter. Insgesamt waren es dann 4 "blockings" und der Tag war somit gelaufen.



Im Dorf wurden wir sehr herzlich empfangen. Die Einwohner vom Stamme der Moni sind sehr hilfsbereit und extrem neugierig. Mit der Unterscheidung von Mein und Dein nehmen sie es nicht so genau. Am Aben wurden die Träger instruiert und wir bekamen das erste Mal die schmackhaften Süsskartofeln zu essen. Die Monis empfingen uns in ihren Hütten als gehörten wir zur Famillie!



Nun ging es nach langen Tagen des Wartens endlich los und wir konnten unsere Rucksäcke schultern. Zu unserer Verwunderung waren wir eine riesen Truppe. 20 Träger, 3 Führer, 1 Koch, wir drei und noch einige Famillienmitglieder der Träger. Insgesamt waren wir also 30 Leute um 3 Leute zum Berg zu bringen. Jedoch waren wir sehr froh das wir uns endlich selbst wieder etwas bewegen konnten. Jedoch bekamen wir den Dschungel sofort zu spüren. Rutschige Wurzeln und kniehoher Sumpf machte ein schnelles vorankommen unmöglich.



Insgesamt brauchten wir 5 Tage um das Basislager zu erreichen. Wir waren jeden Tag 7-8 Stunden unterwegs und schafften zwischen 10-15 km pro Tag. Durch die Hitze und das schwierige Gelände brauchten wir oft eine eine Stunde pro Kilometer. Glück hatten wir mit dem Wetter. Die Täglichen Regengüsse setzten meist erst am Nachmittag ein.



Nach 5 Tagen Anmarsch durch Sumpf und Hochland kamen wir der Bergkette nun endlich nahe. Bevor wir die Carstensz endlich sehen konnten ging es noch über den Neuseelandpass mit 4600m. Die Träger passierten ihn ohne Mühe und natürlich ohne Schuhe! Dann konnten wir endlich unseren Berg sehen und er wirkte viel steiler als vermutet!



Endlich im Basislager angelangt gab es für Gerhard und Michelle einen Ruhetag. Als ich jedoch in der Früh aufwachte und den blauen Himmel sah musste ich nach oben.......

Resultat: Speedbegehung: 1.11h vom Basislager bis zum Gipfel, 5 min Pause, 47min zurück;

Gesamt 2.03h



Am Tag darauf starteten wir dann gemeinsam um 2.30 in der Früh. Das Wetter wahr eher schlecht, es hatte gerade aufgehört zum regnen. Wir kamen gut voran und konnten nach etwa 3.5 Stunden die Tyrolienne erreichen. Die Seile waren vereist und dadurch wurde die Traverse noch schwieriger.



Der Grat war etwas vereist, aber trotzdem gut machbar. An diesem Berg kann man schon von Schönwetter reden wenn es nicht regnet! Nach etwa 6 Stunden standen für auf dem Top of Ozeania.

Michelle ist somit das jüngste Mädchen auf der Carstensz Pyramide!


 

Den Rückweg konnten wir nach einer 3-tägigen Odysee durch die Grasbergmine bewältigen. Die Grasbergmine ist die weltweit grösste Goldmine mit 12000 Mitarbeitern. Nach drei Tagen im Minengelände ging es mit einem gepanzerten Bus wieder in die Zivilisation. Im Nachhinein betrachtet wahrscheinlich der geährlichste Part der Reise!


Bericht: Freiberger Tobias