Überschreitung Liskamm 4572m - Dufourspitze 4634m

Die Überschreitung von Liskam und Dufourspitze ist eine der grossen Gratüberschreitungen in den Alpen! Von Zermatt aus machten wir uns auf den Weg zur Klein-Matterhorn-Bergstation um dort zu nächtigen, so dass wir tagdarauf frühmorgens starten konnten. Mit dabei mein Gast Serafin aus der Schweiz.

Monte Rosa - vom Liskamm aus gesehen...
Monte Rosa - vom Liskamm aus gesehen...

Um 3.30 klingelte der Wecker, Punkt 4.00 hatten wir dann schon die Steigeisen an den Füssen. Zum Aufwärmen ging´s an Breithorn und Pollux vorbei und bei Sonnenaufgang erreichten wir dann den Schneegrat am Castro. Nach dem Anstieg zum Liskamm-Westgipfel war es nun mit dem Aufwärmen vorbei, denn wir standen nun vor dem extrem schmalen Verbindungsgrat zwischen West- und Ostgipfel. Serafin musste kurz schlucken als er den Grat sah, marschierte dann aber sicheren Schrittes weiter. 

Der Liskamm wird auch als "Menschenfresser" bezeichnet, da es Aufgrund der vielen Wechten am Grat immer wieder zu Unfällen kommt. Die Verhältnisse an diesem Tag waren sehr gut, obwohl uns ein kalter Wind ins Gesicht blies. Gegen 10.00 erreichten wir den Ostgipfel und pünktlich zur Mittagszeit marschierten wir in der Refugio Margherita ein.

In dieser höchsten Hütte der Alpen auf 4554m! zu übernachten ist sicherlich für jede Bergsteiger etwas besonders. Bleiche Gesichter und der Duft von Erbrochenem gehören hier zur Tagesordnung. Dafür entschädigen der grandiose Ausblick so manchen für die Kopfschmerzen und schlaflosen Nächte. Obwohl wir nur eine kurze Akklimatisationszeit hatten, kamen wir ausgesprochen gut mit der Höhe zurecht.

Somit konnten wir am nächsten Tag die Überschreitung der Dufourspitze in Angriff nehmen. Erst um 7.00 starteten wir, es war bitterkalt und sehr windig. Zuerst ging es von der Signalkuppe zur Zumstienspitze hinüber. Der Grat zur Dufourspitze stellt nochmals eine Steigerung dar, einfach ausgesetzt und wild. Serafin schluckte wieder, blieb kurz stehen und startete min den Worten "knackig, knackig". Nach spannender Kletterei erreichten wir um 10.00 den höchsten Punkt der Schweiz! Eine Gratüberschreitung vom Feinsten!

Tobias Freiberger, Berg- & Skiführer