Durchs wilde Urnerland

Eine Durchquerung die es in sich hat. Durch wilde Berglandschaften und über kühne Gletscherabfahrten führte uns die Tour von Andermatt nach Engelberg.

 

In Rehalp bei Andermatt trafe ich mich mit Johannes, Alex und Christan. Gemeinsam stiegen wir dann zur Albert-Heim Hütte auf. Wir waren wohl 2 Wochen zu früh am Weg. So war es nicht verwunderlich, dass wir kaum jemanden auf der Tour trafen. In den meisten Hütten und Talunterkünften waren wir die einzigen Gäste.

 

Nicht allzu schönes Wetter hatten wir am Montag zu unserem Gipfelziel den Lochberg. Trotzdem sah man, in welch wilder Gebirgslandschaft wir uns bewegen. Von der Winterlücke kletterten wir in leichtem Fels zum Gipfel des Lochberges. Eine lange, zum Teil steile Abfahrt wartete auf uns.

 

In Gwüst, einer kleinen Ortschaft auf der Göscheneralp, bezogen wir Quartier. Konrad der Wirt scheint weithin bekannt zu sein. Mit seinen fast 80 Lenzen konnte er uns auch einiges aus seinem Strahlerleben (Kristallsucher) erzählen. Der nächste Tag versprach Wetterbesserung. So machten wir uns auf den Weg zum Sustenhorn. Etwa in der Hälfte des Aufstieges mussten wir umkehren. Ein starker Sturm und schlechte Sicht erleichterten uns die Entscheidung. Wieder ging´s zurück zum Gasthof Göscheneralp. Dafür servierte uns Konrad am Abend sein bestes Käsefondue.

 

Fast 2000hm im Aufstieg und eine ewig lange Querung brachten uns am nächsten Tag aufs Sustenhorn, höchster Punkt auf der Tour. Anstrengend war´s, aber in so eindrücklicher Bergwelt alleine unterwegs zu sein und die erste Spur ziehen zu dürfen ist sehr beieindruckend. Nach kurzer Rast freuten wir uns auf die lange Abfahrt über den Steingletscher. Wild und zerfurcht sieht der Gletscher aus. Geschickt wählten wir die Spur durch die Gletscherlandschaft und genossen den perfekten Pulverschnee. Auf der Terrasse vom Alpincenter Sustenpass-Steingletscher ließen wir uns mit Kuchen und Kaffee verwöhnen, schwärmten noch immer von diesem schönen Tag und freuten uns schon auf die nächsten Etappen.

 

Anfangs recht steil, dann durch ein schönes Hochtal und zum Schluss über einen steilen Gletscher gelangten wir auf die Fünffingerstöck zu unserem heutigen Gipfelziel. Wieder erwartete uns eine lange unverspurte Abfahrt. Ostseitig geht´s ins Meiental hinab. Mit kurzem Gegenanstieg erreichten wir die Sustlihütte. Die Wirtsleut haben extra für uns aufgesperrt und verwöhnten uns mit Urner Spezialitäten. Mit einem Glas Tessiner Wein liessen wir den Abend ausklingen.

 

Zum Abschluss stiegen wir auf den Grassen. Der Gipfelhang war stark mit Triebschnee eingeblasen und so beendeten wir unseren Aufstieg am Grat, ca. 50hm unter dem Gipfel des Grassen. Eine sehr, sehr lange Abfahrt, zuerst zum Biwack am Grassen, ein Luxusbiwak mit eigenem Weinkeller, dann weiter nach Engelberg stand noch vor uns. Unterhalb des bekannten Klettergipfel Tiltis führte die Abfahrt nordseitig mit einer extrem steilen Einfahrt zu einem wilden Gletscher und danach über weite Hänge hinab in den schweizerischen Nobelskiort Engelberg.

 

Mit immer grösseren Rucksack, im Gepäck viele neue Freundschaften und schöne Erinnerungen an eine ausgesprochen interessante und schöne Tourenwoche zogen wir wieder nach Hause.