Nar Phu - Reise ins Mittelalter

Ein tolles Trekking in einzigartiger Landschaft, im Norden von der Annapurna. Zu den vergessenen Dörfern Nar und Phu, nahe an der Tibetischen Grenze!! Eine Reise ins Mittelalter und zu fremden Kulturen.

Anfangs durchwandert man schöne Landschaften mit kleinen Dörfern eingebettet zwischen den vielen Reisterrassen. Das Tal wird immer enger zu einem dschungelartigem tiefen Canyon. Der Pfad führt teilweise hoch über dem reisenden Marsyangdi Fluss in den Fels gehauen taleinwärts. Immer wieder kommt man zu kleinen Dörfern, wo wir unsere Lager aufschlugen.

 

Nach einigen Tagen auf der klassische Route und biegen nach Norden ins Nar-Phu Tal ein. Man folgt dem Tal durch wilde Schluchten vorbei an kargen Hochweiden, entlegenen und auch verlassenen Dörfer. Die wilde Bergwelt ringsum ist genauso beindruckend wie die tibetische Kultur, die vielen Tschörten und die buddhistischen Gompas. So erreicht man nach einigen Tagen PHU.

 

Dort glaubt man im Mittelalter zu stehen. Die 39 Familien leben ihre eigene Kultur, mit ihren Bräuchen und Ritualen. Ein großes Kloster steht auf einem Hügel mitten im Tal, dahinter das Matterhorn von Phu. Alles was die Menschen zum Leben brauchen wird selbst erzeugt und angebaut. Bis auf 4.400m sieht man die terrassenförmig angelegten Äcker. Gerste, Hafer und Kartoffeln werden angebaut. Rund ums Dorf weiden, Schafe, Ziegen, Pferde, Yaks und Rinder. Auch wilde Tiere wie Blue Sheep, Schneehühner, Greifvögel, Wildkatzen sogar Schneeleoparden gibt es in der Region.

 

Wandert man durchs Dorf wird man überall nett begrüsst zum Teil sogar zum Tee und Essen eingeladen. Die Menschen haben nicht viel, trotzdem freuen sie sich dein Gastgeber zu sein. In der Dorfschule lernen die Kinder ein wenig Englisch, so kann man sich auch mit den Leuten unterhalten. Wir sind beeindruckt von den Menschen hier, wie sie leben, einfach aber sehr glücklich.

 

Unsere Reise geht weiter. Über ein breites Hochtal überschreitet man den fast 5400m hohen Kang La Pass. Der Weg zum Pass ist anstrengend, der Abstieg nach Süden ist extrem steil. Trotzdem schaffen Angelika, Jürg, Beat und ich den Pass ohne Probleme. Unsere Nepalesische Begleitmannschaft, insgesamt 14 Personen, kommen ebenfalls gut über den Pass. Das war ein erster Test für die nächsten schwierigen Tage. Der Ausblick vom Kang La auf die Nordseite der Annapurna-Range ist gewaltig. Der Lamjung Himal macht im Osten den Anfang, Annapurna 2 und 4 folgen, dann kommt Annapurna 3, Gangapurna und die Annapurna 1 mit 8091m der höchste... ganz rechts sieht man noch den Tilichopeak. Sogar der Machpuchare, ein formschöner 6000er schaut hervor und ganz im Osten sieht man den Manaslu einen weiteren 8000er. Stundenlang kann man am Kang La Pass sitzen und die einzigartige Bergwelt betrachten. Der steile Abstieg nach Humde bringt uns wieder auf die klassische Route zurück.  

Der zweite Teil führt dann direkt in die Berge Annapurnas. Zum Tilicholake und weiter nach Jomsom. Vom nächsten Teil unserer Reise, "Tilicholake - mitten in den Bergen Annapurnas", erzähle ich euch im nächsten Blog.