Di
10
Nov
2009
Ein Juwel mitten in den Bergen der Annapurnas. Heilig für Buddhisten und Hinduisten. Atemberaubende Bergpanoramas, riesige Gletscher, senkrechte Wände und unzählige 6000er und 7000er umgeben der Tilicholake. Ein Paradies für Bergsteiger und Trekker.
Bei Manang verlassen wir wieder die klassische Annapurnaroute und folgen dem Weg zum Tilicholake. Den Bergen immer näher kommend, südlich von uns den Gangapurna mit riesigen Windfahnen kommen wir zum Dörfchen Kangsar. Das letzte bewohnte Dorf in Richtung See. Tare Gompa, ein buddhistisches Kloster, mehr als 1000 Jahre alt und ein beliebtes Wallfahrtsziel liegt am Weg. Mit etwas Glück ist es geöffnet und man kann in die mystische Welt des tibetischen Buddhismus eintauchen. Gleich danach in Shree Karka schlagen wir unser Camp auf.
In dieser einsamen Gegend sieht man immer wieder Blue Sheep und andere Wildtiere. Angenehm führt die Route bis auf 4700m zum "Top of the Col" und danach einen steilen Hang direkt hinunter bis zum Tilicho Base Camp auf 4300m. Südlich von unserer heutigen Etappe erheben sich gewaltige Gipfel. Immer wieder richtet sich der Blick dorthin und wir müssen Acht geben, dass wir nicht stolpern.
Vom Base Camp einer Moräne folgend und danach eine steile Flanke führt die Route bis auf ca. 4800m. Dann wird es flacher, der See versteckt sich aber noch hinter einigen Hügeln. Man stosst fast mit der Nase ins Wasser als man den ersten Blick auf den Tilicholake erhascht. Türkisfarbend schimmernd, umgeben von Gletschern und Bergen erstreckt sich der See auf mehreren Kilometern vor uns. Der geheimnisvolle Zauber der diesen Ort umgibt nimmt uns gefangen.
Tief beeindruckt und müde begeben wir uns zum Lager das auf ca. 5000m nahe am See aufgeschlagen wird. Eine riesige fast senkrechte Wand erhebt sich südseitig vom See. Die Gletscher fliesen direkt ins Wasser. Kleine Eisberge, abrechendes Eis schwimmt im türkisenen Wasser. Ein beeindruckendes Schauspiel. Immer wieder gleiten Eislawinen aus der kilometerlangen Wand die von den Franzosen im Zuge der Erstbesteigung der Annapurna als "Grande Barriére" bezeichnet wurde. Das westliche Ende beschliesst der Tillichopeak 7164m.
Nur über den Estern Pass 5378m kommt man zum anderen Ende des Sees und zum Abstieg nach Jomsom. Das war auch gleichzeitig unser höchster Punkt des Trekkings. Einiges an Anstrengung und Schweissperlen hat uns das schon gekostet. Dafür waren die Eindrücke und Ausblicke spektakulär. Bald hinter dem Nordufer kommt der etwas unscheinbare Übergang "Mesokanto La". Wieder mal ist die Aussicht spektakulär. Im Westen sieht man einen weiteren 8000er, den Daulagieri. Schaut man nach Norden, streift der Blick die letzten Gipfel zur Grenze Tibets, das verborgene Königreich Mustang, ein ebenfalls wunderschönes Trekkinggebiet.
Der Abstieg über den Pass ist so steil, und mit so viel Schnee gefüllt das wir eine Alternative suchen müssen. So entscheiden wir uns nach Süden abzusteigen. Unter dem Nilgri Himal wandern wir zum Army Camp. Ein Bergsteiger Camp fürs Militär. Der Weg ist zwar um einiges länger aber landschaftlich so schön und abwechslungsreich das es sich auf alle Fälle gelohnt hat diesen Weg zu folgen. Immer weiter führt der Pfad ins Tal. Von den unwirtlichen Gletscherbergen rund um den Tilicholake kommt man hinunter zu den Sommerweiden für die Yaks. Vereinzelt sieht man einige Blumen und wie tiefer man kommt umso abwechslungsreicher wird die Vegetation. Über lichte Wälder erreichen wir einen Weg, dem wir zum Dörfchen Tini folgen. Zurück in der Zivilisation und wir freuen uns wieder mal in einer Lodge, in einem Bett übernachten zu können.
Eine wundervolle Reise geht dem Ende zu. So abwechslungsreich und spannend. Mit vielen neuen Freundschaften und Erfahrungen in der Reisetasche müssen wir Abschied nehmen von einem interessanten Land und einer so gewaltigen Berglandschaft. Von Jomsom gehts mit dem Flieger nach Pokhara und weiter nach Kathmandu. Schaut man aus den kleinen Fenstern so weiss man das man nur einen winzigen Teil des Himalayas gesehen hat und es noch viel zu entdecken gibt.
Bilder dazu findest du hier.