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04

Nov

2009

Nar Phu - Reise ins Mittelalter

Ein tolles Trekking in einzigartiger Landschaft, im Norden von der Annapurna. Zu den vergessenen Dörfern Nar und Phu, nahe an der Tibetischen Grenze!! Eine Reise ins Mittelalter und zu fremden Kulturen.

Für Alpintravel leitete ich dieses Explorertrekking in die Annapurnaregion. Die Tour beginnt nicht all zu hoch in angenehmer Höhe. Ideal um sich mit gemütlichen Tagesetappen in nicht zu hoher Höhe für die nächsten Tage zu akklimatisieren. Anfangs marschiert man einige Tage entlang der klassischen Trekkingroute "Rund um die Annapurna". Von Besi Sahar aus startet das Trekking. Zuerst durchwandert man schöne Landschaften mit kleinen Dörfern und vielen Reisterrassen. Dann wird das Tal immer enger zu einem dschungelartigem tiefen Canyon. Der Pfad ist teilweise hoch über dem reisenden Marsyangdi Fluss in den Fels gehauen. Immer wieder kommt man zu kleinen Dörfern, an einigen wird auch das Lager aufgeschlagen. So erreicht man nach einigen Tagen Chame.

 

In Chame verlassen wir auch die klassische Route und biegen nach Norden ins Nar-Phu Tal ein. Durch ein wilde Schlucht führt der Weg bis auf 3500. Das Tal wird breiter und die Vegetation ändert sich. Es ist deutlich trockener und die Aussicht spektakulär. Man folgt dem Tal durch wilde Schluchten vorbei an kargen Hochweiden, entlegenen und auch verlassenen Dörfer. Die wilde Bergwelt ringsum ist genauso beindruckend wie die tibetische Kultur, die vielen Tschörten und die buddhistischen Gompas. So erreicht man nach einigen Tagen PHU.

 

Man glaubt im Mittelalter zu sein. Die 39 Familien leben ihre eigene Kultur, mit ihren Bräuchen und Ritualen. Ein großes Kloster steht auf einem Hügel mitten im Tal, dahinter das Matterhorn von Phu. Alles was die Menschen zum Leben brauchen wird selbst erzeugt und angebaut. Bis auf 4.400m sieht man die terrassenförmig angelegten Äcker. Gerste, Hafer und Kartoffeln werden angebaut. Rund ums Dorf weiden, Schafe, Ziegen, Pferde, Yaks und Rinder. Auch wilde Tiere wie Blue Sheep, Schneehühner, Greifvögel, Wildkatzen sogar Schneeleoparden gibt es in der Region.

 

Wandert man durchs Dorf wird man überall nett begrüsst. Die Menschen sind gerade am Getreide dreschen. Auf einfachste Weise mit einem Dreschflegel. Die Häuser sind ebenfalls so terrassenförmig in mehreren Etagen gebaut. Mit Lehm wird das Dach abgedichtet. Der Eingang ins Haus ist meistens am Dach. Kleine Solaranlagen an den Häusern, für ein wenig Licht am Abend sind der einzige Fortschritt im Dorf. Wandert man durch die Umgebung sieht man immer wieder Bauern wie sie mit ihrem Yaks und einem Holzpflug die Äcker pflügen und die Frauen die Wintergerste einsähen. Ein hartes Leben in einer kargen Landschaft. Die Kinder lernen in der Dorfschule ein wenig Englisch, so kann man sich auch mit den Leuten unterhalten.

 

Ein Foto was ich von einem Bauern beim Pflügen machte, musste ich versprechen ihm per Post zu senden. Das wird natürlich gemacht. Ich bin beeindruckt von den Menschen hier. Wie sie leben, so einfach, aber doch sehr glücklich.

 

Unsere Reise geht weiter. Wandert man zurück und will über den Kang La Pass 5309m nach Süden kommt man am Dorf NAR vorbei. Ebenfalls sehr abgeschieden, aber ein wenig fortschrittlicher als Phu. Auch dort ist gerade die Getreideernte im vollem Gange. Über ein breites Hochtal geht´s weiter Richtung Kang La Pass. Schnee hat es auf dem Weg zum Pass und der Abstieg nach Süden ist extrem steil. Trotzdem schaffen wir den Pass ohne Probleme. Unser Team das uns begleitet, insgesamt 13 Personen kommt ebenfalls gut über den Pass. Das war ein erster Test für die nächsten schwierigen Tage. Der Ausblick vom Kang La auf die Nordseite der Annapurna-Range ist gewaltig. Der Lamjung Himal macht im Osten den Anfang, Annapurna 2 und 4 folgen, dann kommt Annapurna 3, Gangapurna und die Annapurna 1 mit 8091m der höchste... ganz rechts sieht man noch den Tilichopeak. Sogar der Machpuchare, ein formschöner 6000er schaut hervor und ganz im Osten sieht man den Manaslu einen weiteren 8000er. Stundenlang kann man am Kang La Pass sitzen und die einzigartige Bergwelt betrachten. Doch weiter geht´s, der steile Abstieg bringt uns wieder auf die klassische Route zurück. 

 

Unser zweiter Teil führt dann direkt in die Berge Annapurnas. Zum Tilicholake und weiter nach Jomsom. Vom nächsten Teil unserer Reise, "Tilicholake - mitten in den Bergen Annapurnas", erzähle ich euch im nächsten Blog.

Einige Bilder findet ihr in der Rubrik Fotos.

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